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Minggu, 13 November 2011

Der Lindenbaum

                                                  Der Lindenbaum

Wilhelm Müller, 1822 (1794-1827)
Am Brunnen vor dem Tore
Da steht ein Lindenbaum
Ich träumt in seinem Schatten
So manchen süßen Traum
Ich schnitt in seine Rinde
so manches liebes Wort
Es zog in Freud und Leide
|: Zu ihm mich immer fort :|

Ich mußt auch heute wandern
Vorbei in tiefer Nacht
Da hab ich noch im Dunkel
Die Augen zugemacht
Und seine Zweige rauschten
Als riefen sie mir zu:
"Komm her zu mir, Geselle
|: Hier findst du deine Ruh :|

Die kalten Winde bliesen
Mir grad ins Angesicht
Der Hut flog mir vom Kopfe
Ich wendete mich nicht
Nun bin ich manche Stunde
Entfernt von diesem Ort
Und immer hör ich's rauschen:
|: "Du fändest Ruhe dort :|

Tr. Frank, 2001
Outside the gate's a fountain
And an old Lindentree,
Under its shady branches
My dreams were sweet and free.
I carved in its old bark,
So many phrases dear.
In times of joy and sadness
|: It always drew me near. :|

Today I still must wander
All through the gloomy night
'twas then that in the darkness
I closed my eyes so tight.
And I heard branches whisper
As if they called to me:
Come to me weary traveler,
|: You'll find your peace with me. :|

The frigid winds were blowing
Against my face and me.
My hat flew into darkness,
I did not turn to see.
Now I am many hours
Away from this old tree
And still I hear it whispering
|: You'd find your peace with me. :|



Tilia
1. Ad puteum in porta
Stat arbor tilia,
In umbra somniavi
Tot blanda somnia;
Tot voculas incidi
In eius cortice,
Laetum et tristem traxit
Me nunquam non ad se. 2. Cum illum praeterirem
Sub noctem hodie,
Id oculorum feci
Operta acie;
Et rami obstrepebant,
Quasi iubentes me:
Veni ad me, mi soci,
Frueris requie!
3. Et quamquam patiebatur
Os venti rabiem,
Non, petaso ablato,
Converti faciem.
Nunc passuum sum multa
Ab loco milia,
Et tamen: Hic quiesces!
Obstrepit tilia.











 Quelle:
http://ingeb.org/Lieder/AmBrunne.html. 

Ad fontem ante portam,
Hic adstat tilia;
In umbra somniabam
Iucunda somnia;
Incidi cara verba
In eius cortice;
Et laetum et dolentem
Attraxit semper me. Cum praeter eam ii
Hac nocte media,
In tenebris occlusi
Tum mea lumina.
Stridebant eius rami
Vocantes quasi me:
"Deverte huc sodalis,
Hic manet quies te."
Flaverunt venti acres
In faciem mihi
Et nudaverunt caput
Nec tamen redii.
Ab illa regione
Iam dudum procul sum,
Ad aures semper strepit:
"Hic esset otium."


Rabu, 09 November 2011

Analisis Puisi Willkommen und Abschied

Willkommen und Abschied (1789)

Autor                           : Johann Wolfgang von Goethe
Epoche                        : Sturm und Drang / Geniezeit
Strophen                      : 4, Verse: 32
Verse pro Strophe       : 1-8, 2-8, 3-8, 4-8
Wörter                         : 185
Sätze                           : 11
Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde!              
Es war getan fast eh gedacht.                        
Der Abend wiegte schon die Erde,                            
Und an den Bergen hing die Nacht;                          
Schon stand im Nebelkleid die Eiche,                       
Ein aufgetürmter Riese da,                                        
Wo Finsternis aus dem Gesträuche                            
Mit hundert schwarzen Augen sah.                           

Der Mond von einem Wolkenhügel
Sah kläglich aus dem Duft hervor,
Die winde schwangen leise Flügel,
Umsausten schauerlich mein Ohr,
Die Nacht schuf tausend Ungeheuer,
Doch frisch und fröhlich war mein Mut;
In meinen Adern welches Feuer!
In meinen Herzen welche Glut!

Dich sah ich, und die milde Freude
Floß von dem süßen Blick auf mich;
Ganz war mein Herz an deiner Seite
Und jeder Atemzug für dich,
Ein rosafarbenes Frühlingswetter
Umgab das liebliche Gesicht,
Und Zärtlichkeit für mich - ihr Götter!
Ich hofft es, ich verdient es nicht!

            Doch, ach schon mit der Morgensonne                      
            Verengt der Abschied mir das Herz:                         
            In deinen Küssen welche Wonne!                             
            In deinem Auge welcher Schmerz!                            
            Ich ging und du standst und sahst zu Erden,            
            Und sahst mir nach mit nassen Blick:                        
            Und doch welch Glück geliebt zu werden!               
            Und lieben, Götter, welch ein Glück.                        

Inhaltsangabe, Gedichtanalyse und Interpretation
Elemente von Lyrik
1.      Schriftbild und Satzbau
-          Dieses Gedicht wird in der echten Verse geschrieben.
-          Dieses Gedicht besteht aus 4 Strophen, die jeweils aus 8 Versen bestehen.
-          Paarige Strophe : Die Strophe hat immer Zeile, deren Anzahl der Zeile durch zwei geteilt werden können.

2.      Rhytmus und Klang
-          Das Gedicht besteht ausschließlich aus 4-hebigen jambischen Versen.
z.B : Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde!           
          -      +         -                   +      -       +        -    +    -
-          Auftakt: es gibt eine oder zwei Silbe vor der ersten Hebung im Vers.
-          Zäsur
-          Der Form von der Reimen ist reiner Reim.
-          Alliteration, z.B „doch frisch und fröhlich war mein Mut“ (Z.14)
-          Wortwiederholungen, z.B ,, In meinen Adern welches Feuer!(Z.15) In meinen Herzen welche Glut!(Z.16)“as
-          Das Reimformen ist Schweifreim

3.      Sprecher und Inhalt
-          Die Sprechertype ist ein lyrisches Ich
-          Die Sprechweise ist Gefühlsbezogenes Sprechen (Ich-Bezug)
-          Die Inhalte werden in der bildhaften Lyrik darsgesellt.
-          In diesem Gedicht geht es um das nächtliche Treffen des lyrischen Ichs mit seiner Geliebten.

4.      Wörter und Bilder
-          In Vers 1 ist das lyrische Ich auf dem Weg zu seiner Liebsten. Durch die Metapher „wo Finsternis aus dem Gesträuche mit hundert Augen sah“ (V.7-8) wird angedeutet dass er seine Geliebte nur heimlich treffen kann.
-          In der ersten Strophe werden Personifikationen und Naturmetaphern zur Veranschaulichung des Rittes verwendet („schon stand im Nebelkleid die Eiche, ein aufgetürmter Riese”, Vers 5-6).
-          Auch in der zweiten Strophe reitet das lyrische Ich zu seiner Geliebten, doch der Mond ist schon aufgegangen und alles wirkt schauerlich, was durch „umsausten schauerlich mein Ohr“ (V. 12) und „die Nacht schuf tausend Ungeheuer“ (V.13) deutlich wird. Dieses scheint das lyrische Ich jedoch nicht zu stören durch die Alliteration „doch frisch und fröhlich war mein Mut“ (Z.14) und die darauf folgende Anapher „In meinen Adern welches Feuer! In meinem Herzen welche Glut!“ (V. 15-16) wird dies gezeigt, das lässt den Reiter wie einen Lichtstrahl in der Finsternis wirken.
-          Die dritte Strophe beginnt mit dem Zusammentreffen des Paares. So wird in den Versen 17 und 18 das Wechseln der ersten Blicke dargestellt. Die Freude der Frau springt auf das lyrische Ich über. Wie es durch den Ausdruck „[...] und die milde Freude floss von dem süßen Blick auf mich“ (Vers 17-18) deutlich wird. Die beiden Liebenden fühlen sich ganz miteinander verbunden, wie es in den Versen 19-20 deutlich wird. Das lyrische Ich ist verzaubert von dem Anblick seiner Geliebten (Verse 21-22).In den letzten beiden Versen der dritten Strophe wendet sich das lyrische Ich an die Götter und dankt ihnen, so geliebt zu werden. Er fühlt sich unwürdig solch eine hübsche Geliebte zu haben indem er sagt: „Ich hofft' es, ich verdient' es nicht“ (Vers 24).
-          In der letzten Strophe kommt der Abschied, weil die Sonne schon aufgeht. Dieser Abschied fällt beiden sehr schwer, was vielleicht darauf deutet das der Abschied für längere Zeit ist. Sein Schmerz wird durch „verengt der Abschied mir das Herz“ (V.25) deutlich gemacht und ihr Schmerz durch die Anapher „In deinen Küssen welche Wonne! In deinem Auge welcher Schmerz“ (V.27-28). Als der Geliebte dann nach dem letzten Kuss weg reitet, steht seine Geliebte mit nassem Blick da und sieht zu Erde (V.29-30). Als er sie so da stehen sah sagte er: „Und doch, welch Glück geliebt zu werden! Und lieben, Götter, welch ein Glück“ (V.30-31) was zeigt das er trotz des Liebeskummers die Liebe als wunderschön sieht.
-          In diesem Gedicht zeigt es nicht nur die schönen Seiten einer Beziehung oder der Liebe, sondern auch den Schmerz des Abschiedes.
-          Das Gedicht ist ein typisches Gedicht aus der Epoche des Sturm und Dranges. Der Ritt des Reiters ist ein typisches Motiv aus dieser Epoche.
-          Die Strophen Eins und Zwei stehen für den impulsiven, sehnsüchtigen, teils auch furchtvollen Weg des Lyrischen Ich zu seiner Geliebten, die Dritte Strophe erzählt die intime, romantische Begegnung der beiden Liebenden und die letzte Strophe berichtet von dem innigen, aber auch schmerzvollen Abschied.


LYRIK



LYRIK

1.      Zum Begriff Lyrik

Lyrik ist ein von den drei verschiedenen Gattungen in der Literatur. Zwei andere Gattungen sind Epik und Dramatik. Lyrik kommt aus lateinischem Wort ,,Lyra“(harfenartiges Zupfinstrumen), bezieht sich auf Dichtungen, die zur Laier gesungen wurden. Lyrik bedeutet eine singbare Dichtung. Andere Namen von Lyrik sind Poesi und Gedicht.

Begriffsgeschichte

-          Lyrik
Die Trias Lyrik – Epik – Dramatik unterschied bereits Aristoteles in seiner „Poetik“, allerdings wird der Ordnungsbegriff ‚Lyrik‘ erst seit dem 18. Jahrhundert als Gattungsbezeichnung verwendet. Der Begriff ist heute – anders als in der antiken Literatur – relativ unbestimmt und wird seit dem 19. Jahrhundert (fälschlich) oft synonym mit dem Wort ‚Poesie‘ (Dichtung) verwendet. Man kann aber sagen, dass man unter Lyrik eine literarische Hauptgattung versteht, die man auch als singbare Dichtung bezeichnen kann. Der Dichter äußert unmittelbare Gefühle und Gedanken eines lyrischen Subjektes, das zwar oft Parallelen zum Autor aufweist, jedoch nicht zwangsläufig diesem entspricht. Beziehungen zwischen Subjekt und Wirklichkeit werden ästhetisch am stärksten verallgemeinert. Lyrik ist stark sinnbildlich und rhythmisch, oft gereimt und mit Musik verbunden.

-          Gedicht
Mit Gedicht wurde ursprünglich alles schriftlich Abgefasste bezeichnet. Auch hier fand im 18. Jahrhundert eine Begriffsfestigung statt: Seitdem wird der Begriff nur noch für den poetischen Bereich verwendet. Das Wort „Dichtung“ hat aber im volkstümlichen Gebrauch noch etwas von seiner ursprünglichen Bedeutung erhalten.
Ein umfangreiches, oft mehrteiliges oder als Zyklus angelegtes dichterisches Werk mit lyrischen und epischen Elementen ohne verbindliche metrische Struktur wird als Langgedicht oder Poem bezeichnet.

2.      Geschichte der Lyrik

Die Lyrik ist eine der frühen literarischen Formen. Geschriebene Lyrik gab es schon zu den Zeiten der alten Chinesen, Babylonier, Perser oder Juden (z. B. Psalmen, das Hoheslied des Salomo). Mündliche Lyrik dürfte in die frühesten Zeiten der Menschheitsgeschichte zurückgehen. Unser Begriff von Lyrik wurzelt allerdings im antiken griechischen Kulturkreis. Dort war die Lyrik zunächst das zur Lyra gesungene Lied, das in den Chorgesängen der antiken Dramen und im religiösen Kultus seinen „Sitz im Leben“ hatte. Bis heute steht Lyrik in einer gewissen Beziehung zur Musik und zum Lied. Bedeutende Lyriker des Altertums waren z. B. Sappho und Horaz.
Die Lyrik wurde und wird immer wieder auch von der populären Musikkultur beeinflusst. So hat zum Beispiel die Rap/Hip-hop-Bewegung schnell eine Verbindung zum Poetry Slam gefunden, einer Veranstaltungsform für Literatur-Performances, bei denen die Vortragenden im direkten Vergleich mit- oder nacheinander antreten und das Publikum einen Gewinner kürt (hier finden neben Rap u. a. auch Kurzgeschichten und komische Lyrik ihren Weg auf die Bühne). Auch sprachlich und formal stehen Lyrik und populäre Musik in einem Austauschverhältnis.

3.      Merkmale von Lyrik

Ø Traditionelle Merkmale:
ü Reim (Regelmäßige Wiederkehr von Klängen)
ü Metrum (Regelmäßige Abfolge von betont-unbetonter Sprache
ü Bildhafte Sprache (Metaphern, Gleichnisse, Symbole)
ü gehobene Sprache (nicht Umgangssprache)
Ø Moderne Merkmale :
ü Starke Subjektivität der Aussage (ein lyrisches ICH spricht sich aus)
ü Eigentümlichkeit der Aussageweise (sprachliche Originalität)
ü Verdichtete Sprache (kühne Metaphern, Chiffren, Oxymoron, Sinn-Aufladung von Wörtern)
ü Klangqualität von Sprache (Assonanz, Alliteration, Anaphern, Vokalmotive)
ü andere Strukturmerkmale (Parallelismus)
ü Rhythmus statt Metrum
ü Sprache der Lyrik als Gegensprache zur Informations- und Alltagssprache
ü lyrisches Sprechen verweigert sich absichtsvoll dem raschen Konsum, d.h. dem schnellen Verstehen ('Hermetik') - Typographisches Erscheinungsbild (bedeutungshaltiger Zeilenbruch)
Äußere Merkmale des Gedichts :
·      Gliederung in Reime
·      Gliederung in Strophen und Verse
·      Thematisierung menschlicher Grundprobleme und Anliegen
·      Einzige Perspektive/ das lyrische ,,Ich“

4.      Geschichtsabriss

a.       Altertum
Die ältesten deutschen Gedichte verwendeten den Stabreim, die Alliteration. Zu den ältesten deutschsprachigen Überlieferungen zählen die Merseburger Zaubersprüche in Gedichtform mit Stabreimen.
b.      Mittelalter
Die deutsche Lyrik des Mittelalters war zunächst geprägt von christlichem Gedanken- und Vorstellungsgut (Marienlyrik). Die weltliche Lyrik des höfisch-ritterlichen Minnesangs und der Spruchdichtung drängte sich seit der Mitte des 12. Jahrhunderts stark in den Vordergrund und bildete ein variationsreiches literarisches System von hohem Kulturprestige aus. Dabei wirkten auch Impulse aus der mittellateinischen Vagantendichtung, der Rezeption klassisch-lateinischer Lyriker (v.a. Ovid) und der mozarabischen Lyrik Spaniens mit.
c.       Frühe Neuzeit
In Deutschland treten neben die Schöpfer humanistischer Lyrik die Dichter des Kirchenlieds wie Martin Luther und Paul Gerhardt die religiösen Dichter Friedrich Spee hervor.
Hans Sachs übte mit dem sogenannten Meistersang großen Einfluss auf die zeitgenössische Lyrik aus.
Durch Martin Luther, den zunehmenden Einfluss der italienischen und französischen Dichtkunst und den erneuten Rückgriff auf die lateinische Lyrik (Horaz) begann in der deutschen Barockzeit eine neue Tradition vielfältiger und formstrenger Gesellschaftslyrik (z. B. Andreas Gryphius).
d.      Weimarer Klassik
Die beiden Klassiker Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller schrieben zahlreiche Gedichte und Balladen und gehören zu den wichtigsten deutschsprachigen Lyrikern. Ein weiterer bedeutender Klassiker ist Friedrich Hölderlin.
e.       Romantik
Neben Vertretern der Romantiker wie Novalis oder Eichendorff schrieb Clemens Brentano eine bedeutende Sammlung deutscher Gedichte „Des Knaben Wunderhorn“ In ihm sind Volkslieder und liedhafte Gedichte vereinigt.
Eine Zwischenstellung zwischen Romantik und Realismus nimmt Eduard Mörike (Dinggedicht) ein.
f.       Realismus
Vertreter des poetischen Realismus sind die Lyriker Annette von Droste-Hülshoff und Franz Grillparzer.
Formkünstlerische Lyriker hingegen sind August von Platen oder Friedrich Rückert; ein wichtiger sozialkritisch-politischer Lyriker war Heinrich Heine, der z. B. das bedeutende Gedicht Die schlesischen Weber schrieb. Um 1900 begann in Deutschland die moderne Dichtkunst.
g.      Moderne
Im 20. Jahrhundert war der Einfluss des Ästhetizismus in der Lyrik spürbar. Bedeutsam sind hier die Gedichte von Stefan George oder Rainer Maria Rilke.
Im Expressionismus treten Georg Heym, Georg Trakl sowie Gottfried Benn hervor.
Eine eigene Stellung nimmt die Lyrik Bert Brechts ein.In der Digitalisierung beginnt das Zeitalter des Literaturclips in der Lyrik des 21. Jahrhunderts.
Eine besondere Aufmerksamkeit fanden immer lustige Formen, wie die von Christian Morgenstern oder Ernst Jandl. Verbreitet werden Gedichte oft in Anthologien (wörtlich: Blütenlese) von Kleinverlagen.